Michael und Silke unterwegs

2014 – Florida (der 2. Versuch) und Kreuzfahrt in die Karibik

Panama Canal

Es ist noch dunkel. Wir nähern uns der als Höhepunkt der Reise angekündigten Einschleusung in den Panama-Kanal. Über drei Stufen mit insgesamt mehr als 80 m Höhenunterschied geht es aus dem Karibischen Meer in den Gatun See, den bis zur Entstehung des Lake Mead in Amerika größten von Hand geschaffenen See der Welt. Damit alle Passagiere ordentlich was sehen können, ist das Bugdeck geöffnet. Für die überwiegend älteren Passagiere an Bord stehen sogar Stühle bereit. Es werden Kaffee und Gebäck angeboten.

 

Um keinen wichtigen Foto-Augenblick zu verpassen, gehen Michael und ich sogar getrennt frühstücken. Es ist interressant – aber irgendwann ist mir dann doch langweilig. Als wir die erste Stufe geschafft haben, suche ich mir verschiedene andere Blickwinkel, aber es sieht von überall gleich aus. Das Schiff passt gerade so in die Schleuse.

 

Viel besser finde ich, dass die Geschichte vom Linie Aquavit, der – bevor er in den Handel kommt – den Äquator überquert haben muss, wirklich stimmt! Das Schiff neben uns hat die Container an Bord.

Die ganze Durchquerung der Schleusen dauert mehr als drei Stunden. Gleich nach dem Erreichen des Gatun Sees werden die Rettungsboote für das Ausbooten fertig gemacht. Die Zuiderdam wird wieder durch die Schleusen zurück fahren und dann in Porto Colón auf uns warten.

 

Wir haben schon von zu Hause aus einen Ausflug zu den Embera-Indianern gebucht. Wieder stehen die Busse schon bereit, als wir an Land gehen. Unser Reiseleiter gibt uns viele Erklärungen zum Panama-Kanal, zeigt uns auch den Baufortschritt an der neuen Schleuse, die nach Fertigstellung (der Zeitpunkt steht noch nicht fest) auch die ganz großen Container- und Kreuzfahrtschiffe aufnehmen kann. Offenbar ruht der Bau zurzeit. Wir sehen zwar etliche Bagger rumstehen, aber nichts, was sich bewegt.

 

Nach etwa einer Stunde Fahrtzeit bis tief in den Regenwald Panamas erreichen wir den Fluss, an dem die Embera ihr Dorf errichtet haben. Dorthin kommen wir nur mit einem Boot (ich weiß nicht, ob das ein Einbaum oder so ist). Es stehen etliche davon für uns bereit. Der Fluss hat so wenig Wasser, weil es lange nicht geregnet hat, dass wir mehrfach stecken bleiben. Die Emberas steigen dann aus und müssen uns mit Staken wieder aus dem Morast befreien.

 

Im Dorf werden wir sehr freundlich empfangen. Wir dürfen uns umsehen und Fragen stellen. Zum Mittagessen bittet man uns ins Versammlungshaus. Die Frauen des Dorfes haben für uns gekocht, es gibt Fisch und dazu gebackene Platanen, alles ist portioniert und wird in ein Platanenblatt gewickelt angeboten. Gegessen wird mit Fingern. Zum anschließenden Händewaschen steht Zitronenwasser bereit.

 

Danach zeigen uns die jungen Mädchen und Männer des Dorfes ihre Tänze. Die Dorfältesten machen Musik.

 

Von dem Geld, das wir für die Tour bezahlt haben, bekommen die Indianer etwa die Hälfte für ihren Lebensunterhalt. Da sie in einem Nationalpark leben, ist es ihnen verboten, Tiere zu halten bzw. zu jagen. Sie dürfen in ihrem Dorf nur Gemüse oder Obst anbauen und in dem Fluss fischen. Fleisch muss zugekauft werden. Der Erlös, den sie aus dem Verkauf der handgearbeiteten Souvenirs erzielen, gehört komplett den Familien. Natürlich wollen alle diese netten Leute aus dem Urwald unterstützen – der Verkauf boomt.

Pünktlich zur vorgegebenen Zeit erreichen wir wieder unser Schiff im Hafen von Porto Colón.

 

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