Michael und Silke unterwegs

2012 – The Upper One (eine Pauschalerfahrung)

Vancouver – Whitehorse

Wir können den Tag gemütlich angehen, unser Flug mit Air North nach Whitehorse soll erst um 11:30 Uhr starten.

 

Aber denkste, kurz nach halb acht klopft es an unserer Zimmertür und jemand möchte unsere Koffer abholen… Man hat beim Einchecken gestern vergessen, uns den Willkommensbrief von Holland America Line auszuhändigen, in dem darauf hingewiesen wird, dass wir uns während der gesamten Reise nicht mehr ums Gepäck schleppen kümmern müssen. Schnell vertrösten wir den Hotelangestellten auf ne Viertelstunde später und beeilen uns, alles fertig zu packen. Viel haben wir für die eine Nacht ja gar nicht aus dem Koffer genommen.

 

Zum Frühstücken haben wir die Auswahl aus allen möglichen Angeboten im Flughafen-Terminal. Beim Warten aufs Boarding merken wir, wie wir beäugt werden. Jeder versucht hier auszuloten, mit wem er wohl die nächsten drei Wochen Urlaub verbringen wird.

 
 

Nach 2 1/2 Stunden Flugzeit erreichen wir den Whitehorse International Airport im Yukon. Aus der Luft sieht die Landebahn aus, als wäre es eine Sandpiste, ist es zum Glück aber nicht.

 

Von den zwei vorhandenen Gepäckbändern ist eines kaputt. Deshalb dauert es ein bisschen, bis wir unsere Koffer in Empfang nehmen können.

 

In der Vorhalle des Flughafens herrscht reger Betrieb. Überall werden Schilder hochgehalten, um den eben angekommenen Passagieren den Weg zu weisen. Wir finden schnell die Mitarbeiter der Holland America Line (ab jetzt schreib ich dann nur noch HAL, das geht schneller). Man schickt uns zu einem Bus, der uns zu unserem heutigen Hotel, dem Westmark Whitehorse, bringen wird. Unser Gepäck sollen wir einfach am Bus stehen lassen…

 

Das Hotel gefällt uns gut. Ziemlich rustikal aber sehr gemütlich. Als wir zu unserem Zimmer kommen, stehen unsere Koffer schon davor und warten auf uns. Bis zum gemeinsamen Kennenlern-Abendessen haben wir jetzt Freizeit.

 

Wir machen einen Spaziergang und sehen uns die nähere Umgebung des Hotels an. Hübsch ist es hier.

Zum Abendessen trudeln nach und nach gut zwanzig Leute im reservierten Bereich des Restaurants ein. Unser Reisebegleiter Connor – er nennt sich augenzwinkernd Tour Director – begrüßt uns herzlich und fragt uns gleich, was er denn für einen Namen auf unsere Umhängeschilder schreiben darf. Ab jetzt sind wir ge-„tagged“. Im Lokal sind fast alles 6er Tische für uns gedeckt. Wir sehen uns um und finden Platz an einem Tisch, an dem bereits zwei Paare sitzen, Sheila und ihren Mann Tom haben wir bereits im Bus kennen gelernt, sie sind Amerikaner aus einer kleinen Stadt in Washington. Jetzt im Ruhestand können sie endlich reisen. Die anderen beiden – Alvine und Frank – stellen sich als Südafrikaner mit englischen Wurzeln vor. Wir sechs verbringen einen lustigen Abend miteinander. Viel Kontakt zu den anderen ergibt sich aber nicht.

 

Insgesamt besteht unsere Gruppe aus zwei Belgiern, fünf Schweizern, Alvine und Frank, fünfzehn Amerikanern und uns beiden. Wir freuen uns, im Verlauf der Reise mit so vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu kommen.

 

 

Ein neuer Tag beginnt. In der Nähe des Hotels ist ein Tim Hortons, wo wir schon früh frischen Kaffee bekommen. Einen Bagel gibt’s dort auch dazu.

 

Heute hat unser Tour Director kein Programm für uns vorgesehen. Es werden eine Reihe verschiedener Ausflüge – natürlich gegen $$ – angeboten. Wir haben keine Lust, uns dort irgendwo anzuschließen und machen uns auf eigene Faust auf Erkundungstour.

 

Wir laufen entlang des Yukon Rivers. Es ist eine ganz klare Luft und überhaupt nicht kalt.

überall blüht fireweed

Die SS Klondike liegt am Ufer. Aber es ist zu früh zum Besichtigen, noch ist alles zu. Vielleicht gucken wir uns das Schiff auf dem Rückweg an.

In der Nähe des Welcome-Schildes sehen wir ein künstlich angelegtes Nest für Weißkopfseeadler. In diesem Jahr hat es Nachwuchs gegeben. Der junge Adler macht gerade Gymnastik, als wir hier vorbeikommen.

Etwas außerhalb des Städtchens gibt es eine alte „Fisch-Leiter“, über die die Lachse schwimmen müssen, um ihre Laichgebiete zu erreichen. Es sind allerdings nicht viele Fische zu sehen, die heute morgen hier unterwegs sind.

Nicht weit von diesem Ort entfernt befindet sich der Lake Schwatka, wo wir eine Weile Wasserflugzeuge beobachten.
 
 

Dieses putzige Hörnchen ließ sich von uns überhaupt nicht stören.

Da wir auf der anderen Seite des Yukon Rivers zurück laufen, hat sich die Besichtigung der Klondike erübrigt…

Inzwischen hat es angefangen zu regnen, und wir nutzen das kostenlose Bähnchen, um zum Kwanlin Dun Cultural Center zu fahren.

Kwanlin Dun First Nation

Die Kwanlin Dun First Nation oder Kwanlin Dün First Nation ist die zahlenmäßig größte der First Nations im kanadischen Yukon. Die meisten von ihnen leben in Whitehorse, der Hauptstadt des Territoriums. Sie gehören zur Sprachfamilie des Athabaskischen, genauer gesagt zum Southern Tutchone. Viele von ihnen haben auch Vorfahren unter den Tagish und Tlingit.

Der Miles Canyon bei Whitehorse

Der Name Kwanlin geht auf den Namen für den Miles Canyon zurück und bedeutet „durch den Canyon fließendes Wasser“.

Ihr traditionelles Territorium liegt im Quellgebiet des Yukon, den sie Chu Nínkwän nannten. Es erstreckte sich zwischen Marsh Lake und Lake Laberge sowie flussabwärts bis Hootalinqua. Sie führen sich auf die Tagish Kwan zurück, die seit langer Zeit ihr traditionelles Gebiet bewohnen.

Zur Kwanlin Dun First Nation rechnete das Department of Indian Affairs and Northern Development im Dezember 2009 genau 972 anerkannte Indianer.

Quelle: Wikipedia

Tolle Handwerksarbeiten sind hier ausgestellt. Die Indianer sind richtige Künstler.

 

Unsere Mägen machen sich inzwischen lautstark bemerkbar. Nachdem wir Hunger und Durst im nahe liegenden Supermarkt gestillt haben, machen wir uns auf, den hier ansässigen Harley-Davidson-Händler zu suchen, von dessen Existenz wir aus dem Internet wissen. Der Besuch dort lohnt sich nicht. Das einzige Harley-typische sind ein paar T-Shirts, die zwischen Motorsägen und anderen Werkzeugen auf einem Ständer hängen.

Aber da wir nun schon so weit auf der anderen Seite des Städtchens angekommen sind, laufen wir das kleine Stück zur Yukon Brauerei auch noch. Dort haben wir Glück, in der nächsten Führung sind noch zwei Plätze frei, so dass wir die Gelegenheit nutzen, uns diese kleine Privatbrauerei näher anzusehen. Hier ist noch viel Handarbeit gefragt, sogar die Etiketten werden noch von Hand auf die Flaschen aufgebracht.

Übrigens ist die Brauerei der Grund, dass der Flughafen von Whitehorse den Status „international“ bekommen hat (zumindest hat man uns das dort so erzählt). Das Bier dieser kleinen Brauerei wird im Zoo von Hannover im Yukon-Bereich verkauft (das stimmt!). Condor übernimmt den Transport und fliegt zweimal pro Woche direkt von Deutschland nach Whitehorse und zurück.

 

Nach der Besichtigung steht es jedem frei, die hier hergestellten Biersorten zu probieren.

 

Jetzt haben wir genug von Whitehorse gesehen und machen uns auf den Rückweg zum Hotel. Wir finden unterwegs kein Lokal zum Abendessen, das uns so richtig anspricht, und so landen wir wieder im Hotel-Restaurant. Hier treffen wir auf Alvine und Frank, und klönend lassen wir den Tag gemütlich ausklingen.

 

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